Abschlag: Warum mit Kraft?





 

"Wer mit dem Driver tanzt, ist bereit sich dem Takt des Schwungs hinzugeben."

Sind wir bereit, dem Driver die Konzentration zu schenken, welche dem Ball einen eleganten Flug beschert?

Beim Abschlag vereinen sich Hoffnung und Mut zu einem - manchmal - übertriebenem - Kraftakt.

Steckt das längere Tee im Boden und der Ball hat darauf seine Startposition eingenommen, beginnen die Gedanken mit einem Tanz.

Einem Tanz, der ohne Taktvorgabe zu Schrittfehlern führen muss. Als Hobbygolfer kann ich ein Lied davon singen.

 

Es gibt dutzende von Lehrfilmen und Lehrbüchern, die sich ausgiebigst mit der Dreierbeziehung Golfball - Driver - Spieler beschäftigen. 

Die Details für den Abschlag müssen mit dem Training auf der Driving Range verinnerlicht werden. 

Griff- und Schwungsicherheit sollten dort bereits in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Dabei habe ich festgestellt, jeder Golflehrer lehrt den Griff so, wie er ihn seit langem anwendet. Verständlich, hat er selbst doch damit gute Erfahrung. 

Der Griff des Golflehrers kann für seine Schüler*Innen optimal sein. Allerdings klappt das nicht bei allen Schüler*Innen, denn ein Golfgriff ist Gefühls- und Geschmackssache. 

Jeder Golfer entwickelt mit der Zeit seine eigene Grifftechnik. 

Allerdings ist es wichtig, dass beim Schwung der Griff den Spieler*Innen nicht "entgleitet": die Hände dem Driver beim Abschwung plötzlich Befehle erteilen, welche mit dem Schwung schlecht vereinbar sind.

Man muß das Ganze entspannt angehen, um "den Griff in den Griff zu bekommen".

Es sind nur klitzekleine Feinheiten, welche darüber entscheiden ob der Ball Mitte Fairway zu liegen kommt oder Abseits der Fairways zur Landung ansetzt.

Darum versuche ich hier meine Gedanken zum Griff und zur Standpsition zu erklären. Allerdings habe ich einige Zeit benötigt, um den für mich passenden Griff mit dem Schwung in Einklang zu bringen. 

 

1. Ball und Driver

Der Ball ist so aufgeteet, dass  er (knapp) zu einem Drittel über den Driverkopf hinausragt.

 

2. Der Griff: für Rechtshänder - in Klammern (für Linkshänder)

Der Drivergriff liegt quer zu den Fingern der linken (rechten) Hand.

Die linke (rechte) Hand wird sehr wenig, wirklich nur sehr wenig, nach rechts (links) gedreht. 

Die rechte (linke) Hand greift nun ebenfalls zu. Ob ihr den Locking-Griff oder den überlappenden Griff bevorzugt, bleibt euch überlassen.

Bei mir bilden die beiden Daumen ein V: der linke Daumen bildet eine Linie mit dem linken Arm. Der rechte Daupmen eine Linie mit dem rechten Arm.

(Meine Aussage war einmal: Meine Hände arbeiten mit dem Driver so, als würde ich mit einem Hammer oder einem Baseballschläger den Ball locker vom Tee schlagen wollen.)

 

3. Der Stand - Die Ausrichtung - Mein Ziel ( Linkshänder )

Meine Fußstellung - etwas breiter 

Der Ball befindet sich bei der Ausrichtung zum Schwung vor mir, vor meinem linken (rechten) Fuß. (Bei mir ungefähr Linie zur Ferse).

Vorsicht! Die Oberfläche des Anschlags!

Bitte immer eine Fläche suchen, welche wirklich eben ist! Fußsohlen und Teeunterkante befinden sich in der Waagerechten!


Ausgangspunkt für den Schwungbeginn?

Nun kommt die - für mich - entscheidende Frage: Wo setze ich den Schläger hinter dem Ball auf dem Boden auf bzw. wo befindet sich der Punkt für den Schwungbeginn?

Ich setze den Schläger ungefähr 3 bis 5 cm hinter dem Ball auf den Boden. 

Warum?

Weil sich dort der tiefste Punkt meines Schwungs befinden wird. Von dort beginnt die Schwungkurve des Drivers beim Abschlag anzusteigen. 

Ich treffe den Ball so leicht unter seiner Mitte.

In der gerade beginnenden Aufwärtsbewegung des Drivers treffe ich den Ball leicht von unten. Er fliegt mit der Schwungbewegung des Drivers mit. 

Er kann so leichter "abheben".

 

Probeschwung?

Ich mache keine Probeschwünge mit dem Driver. 

Generell mache ich selten Probeschwünge:

Erstens: sie kosten Kraft. 

Zweitens habe ich beobachtet, dass bei Probeschwüngen alle Fehler eines Schwungablaufes richtiggehend inhaliert werden: Selten wird ein Probeschwung korrekt durchgeführt!

Drittens: ein Zusammenspiel vieler Fehler:

Beim Probeschwung wird nicht bis zuletzt auf die Stelle  geschaut, auf der ein imaginärer Ball liegen sollte, sondern es wird der Flug des Schlägers verfolgt.

Die richtige Standposition wird gar nicht eingenommen.

Es wird kein Ziel am Ende des Fairways oder auf dem Fairway anvisiert - der Kopf braucht das, um den Muskeln Befehle erteilen zu können.

Die Konzentration verliert so an Spannung.

 

4. Der Schwung - bitte diesen immer zu Ende bringen.

1. Griff und Schlägerkopf sind bereit für den Aufschwung?

2. Ein Ziel für die Flugrichtung des Balles wurde gefunden?

3. Der Oberkörper ist leicht, ganz leicht nach rechts geneigt?

4. Flach ausholen: Der Driver streichelt beim Ausholen die Grashalme! Mit dem Driver nicht sehr hoch gehen!

- Kopf hoch, Augen auf den Ball!!

5. Die linke Schulter (beim Rechtshänder) bzw. die rechte Schulter (beim Linkshänder) zeigt am Ende des Ausholvorgans zum Ball.

Text in Klammern  für Linkshänder.

6. Der Rücken zeigt am Ende des Ausholens zum Ziel.

7. Kopf hoch - Augen noch immer auf den Ball. 

8. Währen des ganzen Schwungs: Augen auf den Ball!

9. Den Kopf des Schlägers nicht zu extrem nach oben ziehen, damit der Schwung flacher, von hinten, zum Ball kommt.

10. Abschwung: Augen auf den Ball. 

Nun beginnt der Tanz: Die linke (rechte) Hand zieht den Schlägerkopf zum Ball, der rechte (linke) Fuß gibt der linken (rechte) Hüfte den Befehl, zusammen mit der rechten (linken) Hüfte eine Drehbewegung in Flugrichtung zu beginnen , die rechte (linke) Hand beschleunigt den Schlägerkopf Richtung Ball - allerdings erst auf den letzten 20 Zentimetern vor dem Ball, dabei schwingt die rechte (linke) Hüfte mit einer leichten Drehung Richtung Ball.

(Bitte nicht die linke Hüfte nach vorne drücken - die Drehbewegung ist entscheidend, um den Schwung im Takt zu halten.)

11. Treffmoment: die Augen sehen das Tee springen, während der Schwung weiter in Flugrichtung geführt wird. Nicht dem Ball nachsehen!!!

12. Die Flugrichtung des Schlägerkopfes geht mit dem Ball mit!! Am Ende bewegt er sich, zusammen mit den Händen nach oben. 

Die Fliehkräfte werden so eingefangen.

13. Erst jetzt wird dem Ball nach geschaut! 

14. Hier beende ich meine Ausführungen. Videos im Internet erklären den Schwungvorgang ausgezeichnet.

 Ich will und möchte nicht abschreiben oder "klauen".

Was ich hier beschrieben habe, ist MEIN Schwungablauf. 

Dieser muss noch lange nicht auf andere Spieler zutreffen. Jede Spielerin und jeder Spieler entwickelt mit der Zeit eine eigene Technik, der immer die Basics eines Driverschwungs  zugrunde liegen. 

Allerdings habe ich - für mich - festgestellt: Mit der Verinnerlichung des individuellen Schwungablaufs steigert sich auch die  Geschwindigkeit des Schlägerkopfes. 

Daher warne ich davor, den Schwung mit Kraft durchzuführen. Kraft führt oft zu langwierigen Problemen. Entweder am Rücken oder in den Gelenken oder Muskeln.

15. Noch einmal: Bis der Schwung zu Ende ist, die Augen auf die  Stelle auf der der Ball liegt bzw. gelegen hat.    

Hier einige Tipps aus dem Internet, welche mir sehr gut geholfen haben, meine Schwungtechnik zu verbessern bzw. den Gegebenheiten anzupassen.      

       Schwung mit dem Driver: Golfknigge

      belowpar - 5 Tipps für bessere Drives

      Christian von Golfstun.de 

      Sicherer Abschlag von Christian Neumaier für den sicheren Abschlag auf schmalen  Fairways 


Zusammenfassung:

1. Griff - fühlt er sich gut an?

2. Stand,  Position - etwas breiter, Ball liegt vor dem linken Fuß, Linie zur Ferse.

3. Schwungbeginn - von wo startet der Driver mit dem Schwung?

4. Ziel: ein Ziel auf dem Fairway  oder am Horizont suchen!

5. Kopf hoch! Augen auf den Ball!

6. Flach ausholen, Driverkopf nicht extrem nach oben holen!

7. Durchschwung  möglichst von hinten kommend (nicht von oben)

8. Schwung laufen lassen und nicht stoppen! (nach dem Treffen des Balles den "Schwung laufen lassen!")

9. Hast du das Tee fliegen sehen?

10. Guter Schwung - wo liegt der Ball? 

11. Gedanklich auf den nächsten Schlag vorbereiten!

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass dies meine Erfahrungen sind, welche mir den Driver zum Freund gemacht haben. Noch heute benutze ich beim Abschlag den Halb- maximal den Dreiviertelschwung. Ich fühle mich dabei absolut sicher und verziehe meinen Schwung sehr selten. 

Manche von  Euch werden sicher schon sehr gute Videos gefunden haben. Wenn diese hilfreich waren, um so besser.

Wer bereits einen guten Golflehrer gefunden hat, der wird seinen Schwung bereits perfekt umsetzen. Ich habe mir meinen Schwung selbst, während langen Übungseinheiten beigebracht.

Die Monotonie der Driving-Range war mir dabei behilflich. Allerdings empfehle ich, nicht mehr als 20 Schläge mit dem Driver - in 5er Einheiten - auf der Driving-Range zu absolvieren. Danach bitte das "Kurze Spiel üben". Es ist das Salz in der Suppe des Golfspiels. 

Nebenbei sollte auch der Bunker als Partner nicht vergessen werden.   

Mit diesen Tipps wünsche ich allen Golfbegeisterten ein entspanntes und dabei erholsames Golfjahr 2021.

In meinem Gedicht Abschlag und Psyche habe ich diesen Beitrag in einem Gedicht zusammengefasst. 

Der Humor sollte bei allem nicht zu kurz kommen.

Schönes Spiel und, bitte, das Spiel Golf nicht zu ernst nehmen.

   


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