Warum Risiko? Sicheres Fairwayspiel



Fairway-Spiel: Lösungen - Alternativen

 

Der Abschlag hat geklappt. Sogar außerordentlich gut. Der Ball liegt auf dem Fairway. Leider nah am Rand.

Meist geht es um eine Entscheidung welche Risiko und Vernunft in Einklang bringen soll. 

Denken sie immer einen Schlag weiter! 

"Mit dem nächsten, "sicheren" Schlag, nehmen Sie selbst den Druck aus dem Spiel. Natürlich freut einen der "gelungene unmögliche Schlag". Nur, wie oft gelingt der? 

Danach beginnt die eben gehabte Situation wieder von vorne. Mit kühlem Kopf und Verzicht auf Risiko steigt die Freude am Gelingen. 

   


Situation 1

Für den nächsten Schlag müsste über Äste geschlagen werden, welche ins Fairway hineinragen. 

Stehen Sie ebenfalls öfter vor diesen Situationen? Sie fragen sich, ob Sie mit einem 8er oder 9er Eisen über die Äste schlagen sollen? Oder den Ball doch lieber mit einem Chip in eine bessere Lage auf dem Fairway befördern?

Risiko oder Vernunft? Warum nicht mal auf Schönheit verzichten und die pragmatische Lösung suchen? 

Gehen wir es gemeinsam an. Versuchen wir Lösungen zu finden.

 

Alternative 1: 

Den Ball mit einem kurzen Chip in eine bessere Lage befördern. Mit dem nächsten Schlag sicher vor dem Grün landen.

Dies dürfte eine gute Lösung des Problems sein. Vor allem, wenn die Flugrichtung zum Grün mit Büschen oder Baumstämmen versperrt sein sollte.

 

Alternative 2:

Mit einem langen Eisen oder einem Fairwayholz den Ball mit einem kontrollierten Chip, flach unter den Ästen in die gewünschte Richtung schlagen. 

In meinem Beitrag zum kurzen Spiel  habe ich von einem "Monsterchip" gesprochen. Ob Sie es glauben oder auch nicht: ein langer Chip (Long-Chip) kann sehr oft die Lösung für eine schwierige Situation sein.


Wie funktioniert so ein langer Chip?

Der Ball liegt etwas näher zum rechten Fuß. Mit einem 5er Fairwayholz oder einem 4er Eisen wird ein Viertel-, maximal ein Halbschwung für den Schlag angesetzt. 

Hier heißt es wieder, 

1. Ausrichten,  

2. nochmals die Flug- und Rollrichtung prüfen, 

2a) liegt in dieser Richtung evtl. nochmal ein Hindernis?,

3. darauf achten, dass beide Schultern beim Schwung mitarbeiten, 

3a. die  Handgelenke sollten dabei stabil bleiben, um dem flachen Schwung Power zu schenken, 

4. mit einem Probeschwung den Ablauf verinnerlichen, 

5. Augen auf den Ball!,

6. den Viertel- oder Halbschwung flach von hinten zum Ball ziehen lassen,  

7. den Schwung nach dem Treffen des Balles flach weiterführen, 

8. dem Ball erst nachsehen, wenn der Schwung zu Ende gebracht worden ist.

Sie werden sich wundern, wie weit Ihr Ball nach einem relativ kurzen Flug noch rollt.


Alternative 3:

Sie greifen sich ein P-Eisen oder ein 9er und schlagen den Ball locker an den Ästen vorbei - sofern sich diese Möglichkeit eröffnet.

Allerdings gilt es auch dabei darauf zu achten, den Ball sicher auf der ausgesuchten Fläche landen zu lassen.

Auch bei dieser Variante gilt es, den Schwung locker "gleiten" zu lassen, um Fehler zu vermeiden.

Wegen der Weite wird versucht kraftvoller zu Schwingen. Dabei passiert es oft, dass der Schwung "verrissen" wird; der Ball plötzlich, von einem Ast abgelenkt, oder von Anfang an nicht passend fliegt.

Der Grund ist meist mehr zu wollen als die Situation hergibt bzw. die Eisen zu geben in der Lage sind.


Situation 2

Auf einem Par 4 liegt Ihr Ball nach dem 2. Schlag verführerisch gut für einen 3. Schlag auf das Grün. Entfernung 110 m.

Die Sache hat einen Haken bzw. zwei Probleme: nach ca. 50 m verengt sich das Fairway und vor dem Grün befindet sich ein Bunker. Links stehen 2 Bäume mit Ästen die in die Flugbahn reichen, rechts schiebt sich die Nase eines Waldstückes in das Knie des Fairways.


Alternative 1

Auch diese Situation ist mit einem sicheren Long-Chip, wie vorher beschrieben, einfacher zu lösen, als den Ball evtl. im Wald oder im Rough suchen zu müssen, weil er von einem Baum oder Ast abgelenkt wurde.

Der Ball wird, wenn dosiert gechippt, vor dem Bunker liegen. Von dort kann die Fahne mit einem kurzen Pitch über den Bunker sicher angespielt werden.


Alternative 2

Kurze Eisen.

Mit einem P oder einem 9er Eisen wird der Ball locker durch die Schneise gespielt (gepitcht) und liegt ebenfalls vor dem Bunker für den kurzen Pitch zur Fahne.


Alternative 3

Sie sind gute bis sehr gute Freizeitgolfer*Innen?

Vermutlich greifen Sie dann zum 7er oder 6er Eisen und schlagen den Ball sicher auf das Grün. Hoffentlich nah an die Fahne, um das ein Fairway-Par mit einem Put zu spielen.

Bewusst habe ich den Begriff "sehr guter Freizeitgolfer" verwendet. 

Die meisten Schläge von ambitionierten Freizeitgolfern sind nicht sehr konstant. Statt sich auf das Stableford-Handycap zu konzentrieren wird meist das Fairway-Handicap als "Must" auserkoren.

Warum ein Risiko eingehen? Warum das Score verschlechtern? Nur weil man sich, vor allem aber den Mitspielern etwas beweisen möchte?

Zu mir hat einmal ein Mitspieler gesagt: "Langweilig ist es mit Dir zu spielen. Du wählst immer die Sicherheit, nie das Risiko."

Meine Antwort: "Doch, ich wähle oft ein Risiko, aber nur, wenn ich mir sicher bin, dass das Risiko nicht zu hoch ist und ich mich deshalb ärgern müsste."


Plane bereits für den nächsten Schlag!

Auf fast jeder Runde ist dieses Phänomen zu "bewundern": Spieler, die um jeden Preis versuchen, mit weiten Schlägen das Grün möglichst schnell zu erreichen.

Ohne Rücksicht auf die Lage des Balles.

Da wird versucht aus einer schlechten Lage (unter und hinter Bäumen und Büschen, im Rough oder hohen Gras, bei Bunkern oder Wasser vor dem Grün oder auf dem Fairways usw.) mit einem Risikoschlag den Ball möglichst weit zu schlagen. 

Wenn der Schlag glückt, ist die Bewunderung groß, die Zufriedenheit gut und das Selbstvertrauen erhält Auftrieb.

Gelingt der Schlag nicht, steigt die Anspannung, es folgt eine Verkrampfung und das Selbstvertrauen sinkt.

Es besteht sogar die Gefahr eines Ballverlustes wegen Risiko.

Warum kann nicht verzichtet werden? Auf einen weiten Flug des Balles, auf Bewunderung. 

Ein sicherer Schwung für einen kürzeren Flug des Balles wird helfen, beim nächsten Schlag dorthin zu spielen, wo der Ball für den nächsten Schlag optimal liegt.

Frage: " Was ist besser, ein Strafschlag für einen Risikoschlag oder ein sicherer Schlag für einen kürzeren Ballflug?"

Mein Wahlspruch lautet: "Verzicht auf Schönheit schenkt Sicherheit!"


Plane den finalen Schlag auf das Grün genau!

Vor allen Dingen sollte mit dem vorletzten Schlag auf das Grün der finale Schlag auf das Grün geplant werden.

Wichtig dabei ist, sich seiner Stärken bewusst zu sein.

Wenn ein Spieler oder eine Spielerin gerne und gut aus einer Entfernung von 50 Metern zum Grün pitscht, dann sollte der vorletzte Schlag auch darauf ausgerichtet sein!

Liebt jemand das "Chippen", dann bitte den Schlag darauf ausrichten. 


Wo steht die Fahne? 

Auch das ist ein wichtiger Planungspunkt für den vorletzten Schlag auf dem Fairways. Steck sie hinter Bunkern oder Wasser hin der müssen sollte der gefahrfreiere Weg gewählt werden. Der vorletzte Schlag sollte den Ball in die optimale Lage für den finalen Schlag zur Fahne bringen.


Wie sind die Grüns beschaffen?

Sind Greens von Wasser umgeben und hängen auch noch zum Wasser, sollt für den letzten Schlag auf das Grün die Lage für den sicheren Schlag auf die Fairwaymitte gewählt werden.

Ist ein Grün auf einem Par 3 von Wasser und/oder Bunker geschützt, darf der Ball gerne vor das Hindernis gelegt werden, bevor man für einen " Ball im Wasser" einen Strafschlag einheimst oder mehrere Bunkerschläge erforderlich werden. 



Fazit:

Kontrolliertes, kurzes Spiel auf den Fairways beruhigt und entspannt. Sie werden es beim Ausfüllen und Abrechnen der Score-Karte feststellen.

Wir sind keine Professionals! Richtig?

Aber, wir sollten immer Professionals im Abwägen unserer spielerischen Möglichkeiten sein.

Der Verlust von Bällen wird rapide abnehmen, die Sicherheit für unsere Schwünge zunehmen und, unser Spiel wird zunehmend entspannter werden, was wiederum Sicherheit schenkt.

 

Zur weiteren Information:

Fairway Golfknigge 

Expertgolf - Regeländerungen seit 2019

 

 

 

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