Gedicht: Heiliger Abend, was ...


 

.. musst Du ertragen


Zum Feiern wirst Du benutzt,

Dein Sinn wurde gestutzt.

Wer weiß noch, wo Bethlehem liegt?

Wenn sich doch die ganze Welt bekriegt.


Das Fest der Familien sollst Du sein,

doch wer kennt der Familie Pein?

Alle reden nur von Erfolg und Geld,

und dem, was unter'm Christbaum steht.


Da draußen, da gibt es Armut pur,

doch zum zum Fest, ja glaubt es nur,

öffnen diese Menschen ihr Herz,

um zu lindern manchen Seelenschmerz.


Andere leben allein, 

verkriechen sich bei Kerzenschein.

Haben niemanden der hilft, 

spüren Schmerz der überquillt.


Kinder mit Angst vor Streit,

weil einer dem andern nicht verzeiht.

Sie wünschen sich Liebe

statt verbale Hiebe.


Und die, die auf der Straße leben,

haben nichts zu geben.

Sie wollen auch nicht nehmen,

weil sie sich furchtbar schämen.


Im Krankenhaus und Pflegeheim,

Dort lebt der Hoffnung Keim.

Kommt jemand zu Besuch herein?

Leider nein. Es wird nur die Pflege sein.


Glaube, Wärme, Liebe, Hoffnung,

Vergebung und Versöhnung,

sollten nicht nur an Hl. Abend leben!

Im ganzen Jahr, das wär' ein Segen.


Denkt darüber nach, 

lebt vielleicht danach.

Erhebt Euch aus bequemer Trance!

Dann hat die Menschheit eine Chance.


Jesus hat im Stroh gelegen.

Seine Eltern gleich daneben.

Reichtum war weit entfernt.

Verzicht hat Jesus schnell gelernt.


Verzicht und Zufriedenheit

lernen viele, auch heut.

Wollen nur in Frieden leben.

Keiner kann dies unter'm Christbaum legen.


Ohnmacht, Terror, Bomben, Drohnen,

Krieg und Tod, es muss sich lohnen.

Hl. ABEND, ärmster Tag im Jahreslauf,

erträgst Schlimmstes, das zu Hauf.


Oskar Springer

URHEBERRECHT









 










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