Grüße vom Grantler aus Bayern (8) Planwirtschaft und Schnaxeln
Grüße vom Grantler aus Bayern
Planwirtschaft
und
ergebnisorientiertes Schnaxln
"Die Versuche der russischen Führung, die Geburtenraten zu erhöhen, werden den Bevölkerungsrückgang in Russland kurzfristig höchstwahrscheinlich nicht aufhalten können."
Auszug aus dem Tagesspiegel
Da fragt sich der unbeteiligte Leser warum dies eine Nachricht im Tagesspiegel wert ist.
Erst beim Zweiten mal lesen ging mir ein Licht auf: Es geht Russland um die nationale Sicherheit, um Kanonenfutter und die Weitervererbung des Wikinger- und Slawengens!
Und da taucht die Frage auf, wer denn Russland besiedelt hat.
Ab hier befinden wir uns im Wirrwar von Völkerwanderung, Vermischung von Ethnien und der Frage, wer wollte denn vor mehr als tausend Jahren in sibirischer Kälte und sumpfigen Waldgebieten leben!
Klar, Menschen die sich in Freiheit, ohne Knechtschaft und möglichst ohne Steuerabgaben, aber auch ohne Überfälle fremder Herrscher einen Rückzugsort schaffen wollten.
So kam es allmählich zur Annäherung von Wikingern und Slawen. Das Ergebnis war die Gründung des Reichs "Kiewer Rus" von Wikingerfürst Rurik.
Zu dieser Zeit herrschte in Europa die Karolinger Zeit.
In dieser waren die Wikinger an den Küsten Spaniens, Frankreichs und Englands mit ihren gefürchteten Ruder-Segelbooten sehr aktiv, wenn es um Raubzüge ging.
Zurück mit der Beute in den unwirtlichen Gebieten Skandinaviens und Kiewer Rus, musste man sich keine großen Gedanken um Verfolgung oder Raub machen.
So und jetzt fragt sich Russland, warum denn die Population in seinem Land so gering ist.
Na, weil die meisten Landsleute heute noch wochen- wenn nicht jahrelang damit beschäftigt sind, in anderen Ländern Kriege zu führen oder andere Länder zu überfallen und auszurauben.
Dabei bleibt die eigene Kultur auf der Strecke.
Endlich wieder zu Hause freut man sich auf Wodka, Soljanka und seine Freunde, aber nicht, um an der "Heimatfront" im Familienzwang zu dienen, was heißt Kinder zu treuen Anhängern zu erziehen.
Russland könnte von Bayern Lernen!
Vorausgesetzt es stellt seine kriegerischen Handlungen ein und verfährt nach der Methode des bayerischen "Integrationsschnax'lns"!
Bei uns, in Bayern, ist das etwas anders, leider aber auch manchmal problematisch: Zu uns kommen die Menschen aus der ganzen Welt.
Das Wichtigste dabei, sie akzeptieren unsere Lebensart, die da lautet: "Leben und leben lassen!"
Leider versteht das unsere Bundesregierung in Berlin nicht bzw. deutet das falsch!
Wir genießen unsere Freiheit nach dem Motto, morgen ist auch noch ein Tag bzw. Rom wurde auch nicht an einem Tag erschaffen.
Wir haben eben das Glück, von der südländischen Muße geküsst worden zu sein.
Dies reizt viele Bürger aus dem Norden unseres Landes; Sie möchten auch von dieser Muße geküsst werden.
Zu unserem Leidwesen kommen viele sogenannte Zivilisationsschnaxler aus dem Norden unserer BRD: Die Breiss'n!
Wo der Bayer sich intensiv dem Grundsatz "Leben und Leben lassen", also der Freiheit und deren Vorzügen widmet, geben sich die "Breiss'n", ihrer Erziehung folgend, dem "ergebnisorientierten Schnaxln" zum Erhalt der Kulturen hin, vor denen sie geflohen sind.
Weil sie sich in ihrer Stammheimat, dem hochdeutschen Schnaxlbereich zu schnell vermehren, treten sie die Flucht nach Bayern an, weil dort bereits sehr viele Artverwandte glücklich geworden sind.
In erster Linie treibt es diese "Gebietseroberer" der Neuzeit, sogenannte Zivilisationswikinger, auch bei uns dorthin, wo sie ursprünhlich hergekommen sind: In die hiesigen Städte und deren Umland, damit sich ihr Heimweh in Grenzen hält.
Schließlich will man sprachlich und in der Denkweise weiterhin unter sich bleiben
Meist sind es 2/9 bis 3/8 Manager, welche vielleicht mit dem Mund fleißig zu denken versuchen, leider aber von der Praxis des bayerischen Lebens nur die Landhausmode kennen.
Es kommt auch vor, dass sich zarte Bande zwischen Kulturneugierigen jungen Einheimischen und Zivilisationswikingern anbahnen, welche sogar in Dauerbeziehungen einmünden.
Das nennen wir hier assimiliertes Integrieren, also Zivilisationswikinger durch hiesiges "Reizschnaxln" mit unserer Lebensart bekannt zu machen. Vor allem aber mit dem Vorspiel, dem Fensterln.
Dieses Reizschnaxln verbindet wiederum Kulturen, welche sich hierzulande der bereits seit mehr als tausend Jahren alten "Urkultur", Leben und leben Lassen, freiwillig unterordnen.
Gut, ich gebe zu, es gibt noch die sogenannte Konfessionshemmschwelle, wenn es um die religiöse Urkultur geht.
Auf dem Land nennen wir das "Bedd'n", also dem Herrgott danken oder ihn, vielleicht auch seine Mutter oder die "liebste Tante" Maria-Magdalena bitten, etwas Hilfe zu schicken, wenn wir nicht mehr weiter wissen.
Vielleicht werden wir auch deshalb gern als zu horizontalaktiv beschrieben, weil wir dann, wenn uns jemand nicht verstehen willoder kann, einfach sagen: "Magst ned mid mia Bedd"n geh?"
Was viele, die des bayerischen nicht mächtig sind, als unanständige Anmache des gemeinsamen "ins Bett gehens" verstehen.
Ja, wir geben uns sogar einer weiteren Tradition hin, der Einsicht und der Reue, was uns Luft zum Nachdenken verschafft.
In Bayern wird immer noch gebeichtet, also dem "religiösen Spion" eines Dorfes oder Stadtteils die beruflichen oder privaten Vergehen, im Alltag Sünden genannt, mitgeteilt.
Dabei erfährt eine weltweit, religiös spionierende Institution wer, wo, wann und mit wem, vor allem aber zu welchem Zweck eine Sünde begangen hat.
In diesem Bereich der Institutionen ähneln unsere religiösen Institutionen denen russischer Inlandsgeheimdienste.
Gut, bei uns wird immerhin freiwillig gebeichtet, weil man sonst beim Herrn Pfarrer in Ungnade fallen könnte, aber auch, so musste es zumindest der Kaplan predigen, der Weg in den Himmel verwehrt werden könnte.
Der kultiviert angehauchte Bayer deutet beim Beichten seine Schuld an, ohne konkret zu werden.
Er umschreibt ein Vergehen als sogenannten Momentzwang, von dem man sich leiten hat lassen, weil der Schutzengel gerade nicht aufgepasst hat.
Nun gibt es bei uns keine körperliche Folter mehr, aber die sogenannte "Kirchenbankfolter".
Man wird nicht gefoltert, um zu beichten.
Man unterzieht sich freiwillig einer Folter, in dem man sich einer auferlegten Buße widmet.
Man muss sich nach der Beichte mehreren angeordneten Vaterunsern, einem Rosenkranzgebet oder einigen "Gegrüßet seist du Maria" hingeben.
An der Dauer des Aufenthalts in der Kirchenbank können dann andere erahnen, wie schwer das Gebeichtete gewesen sein könnte!
Manchmal wird das mit einer, nur in Bayern bekannten Anerkennung honoriert: " A Hund is a scho!"
Das heißt, er hat sich bei seiner Sünde zwr nicht erwischen lassen, erträgt aber die dafür auferlegten Buße öffentlich mit Würde.
Und genau das unterscheidet planwirtschaftliches und bayerisches Schnax'ln:
In der Planwirtschaft müssen die büßen, welche ihre Vorgaben nicht erfüllen.
Beim bayerische Schnax'ln büßen die, welche zwar keiner Vorgabe unterworfen waren, aber trotzdem ergebnisorientiert g'schnax'lt haben.
Vielleicht sollte Putin beginnen, wie es schon unter Zar Peter dem Großen stattgefunden hat, deutsche Zivilisationsschnaxler aus Norddeutschland in Russland anzusiedeln, um über das Integrationsschnaxln den in Russland drohenden Bevölkerungsschwund zu stoppen und uns, in Bayern etwas zu entlasten.
Andererseits, vielleicht hat die Ansiedelung Deutscher unter den Zaren dazu beigetragen, dass heute Russen sich an unseren Seen niederlassen. Diese haben den Umweg über Russland genommen; Sie sind nur deshalb später hier angelangt.
Die heutigen Zuwanderer aus Russland könnten in Bayern auch als Zarenpreiß'n bezeichnet werden.
Wir Bayern sind bekannt dafür, Vorschriften zu loben, deren Umsetzung zu ignorieren und am Ende unserem gesunden Menschenverstand zu folgen.
Unsere Vergangenheit hat uns geprägt, unsere Gegenwart besteht aus "Leben und leben lassen" und unsere Zukunft hat das Fundament des gesunden Menschenverstandes.
Oskar Springer
Es gilt das Urheberrecht
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