München: MAHLER UND Maler: In der Trambahn

 




MAHLER UND Maler: In der Trambahn treffen sie aufeinander und verstehen sich, wie man sich in München eben manchmal versteht.


 In der Trambahn treffen sich ein Maler, auf dem Heimweg von der Arbeit und ein Violinist auf dem Weg zur Arbeit. 


Der Violinist fragt den Maler: "Und, für heute genug gestrichen?" 

Der Maler blickt grantig zum Violonisten und meint: Verstehst Du was vom Streichen?"  

"Oh ja", entgegnet der Violinist, ich benötige dazu einen Bogen und Saiten."  

Ah,du bist a Kunstmaler", entgegnet der MALER. 

"Nein, nein, nein!", ich spiele heute Mahler." 

 "Ach so, a Schauspieler, und wo spuist'n do?"  

"Heute in der Philharmonie", entgegnet der Violinist. 

"Und wos spuits ihr dann heid?", fragt der Maler. 

"Sinfonien von Mahler", entgegnet der Violinist.  

"Und wie heißt der Mahler?", fragt interessiert der Maler.  

"Mahler ist ein Komponist!", entgegnet entrüstet der Violinist.  

"Was komponiert denn dann der Mahler?", will der Maler wissen. " 

"Na Sinfonien", erklärt der Violinist.


"So, so,  Sinn von nie?  Des glaub ich is  schwer zu spielen", stellt der Maler fest.

"Ja, man muss lange üben, bis das perfekt gespielt werden kann."


Der Maler hakt nach:

"Also des Stück heißt "Sinn von nie""?


Der Violinist erklärt es genau:

"Ja, heute spielen wir die 8. Von Mahler!"


Der Maler will es genau wissen:

"Das achte Stück vom Maler oder?"


Jetzt reicht es dem Violinisten:

"Nein, DIE 8. SINFONIE von Mahler."


Der Musiker steigt genervt aus.


Der Maler sagt zu seinem Nachbarn: "Mei liaber Freind, a Stück ohne Sinn, also a Sinn von nie: Der glaub ich, hätt' am Maximilianeum aussteing miassn, do spuins des jeden Tag.


So ist München:


München lebt von seiner Vielfalt, den Begabungen, Emotionen und Missverständnissen seiner Menschen. 

Dass es dabei auch zu einem sogenannten "aneinander Vorbeireden" kommt, lässt sich nicht vermeiden, denn der Himmel Münchens wird verziert von weiß-blauen Wolken, welche viele Charaktere der Münchner Gesellschaft in sich beheimaten.

In den einen, den kleinen feinen, leben die Künstler, Musiker, Schriftsteller, Filmemacher und, auch Fußballer, welche mehr der Kunst als der körperlichen Betätigung zuzuordnen sind, denn auch sie leben von ihrer Begabung.


Dann haben wir die Föhnwolken, welche manchen, vielleicht auch Manchem heftige Kopfschmerzen bereiten. 

Wenn Sie nun Fragen, welchen Teil der Bevölkerung diese beheimaten, dann muss ich Sie hinsichtlich Ihres Optimismus enttäuschen: Sie beheimaten die bayerische und Münchner Politik.

Erst kommt ein leichter Wind auf, der kann sich bis zum Surm steigern. Meist bringen Wind und Sturm angenehme Temperaturen von denen man sich täuschen lässt.

Dann, ehe man sich versieht, verschwinden die Föhnwolken und es beginnt zu regnen. Der Münchner hat dafür einen stehenden Begriff: "Scheißheislweda, greisligs, grod recht für alle Dampfplauderer!".

Damit ist alles gesagt, zum greisligen Wetter und zur Politik.


Am Münchner Himmel zeigen sich nicht selten graue Wolken, aus denen es nicht regnet. 

Diese beheimaten die Sehnsucht nach Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit, Freiheit und Gefühl für das Leben ohne Einsamkeit oder Isolation.


Die schönsten Wolken in München sind allerdings unter Kastanienbäumen in den Biergärten zu finden: Sie werden Kronenwolken genannt. 

Zwischen den Blättern der Kastaniendächer blitzen die Sonnenstrahlen durch.

Aber nur, um das Goldgelb der Mass Bier zu verstärken und einen Gruß an die kleinsten, aber schönsten Wolken Münchens zu senden: Den Schaumkronen in den Bierkrügen.


Diese schwimmenden und zugleich schwebenden Kronenwolken lassen nicht nur schlechtes Wetter vergessen, sondern führen Menschen und Berufsgruppen aller Stände zusammen, um sich als Mensch unter Menschen zu Hause  zu fühlen.


Oskar Springer

@ Urheberrecht gilt

  


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