Gedicht: Bavaria, Du Mutter der Einheit
Das Münchenfieber der Einheit
Mutter Bavaria als Therapeutin
Vorbei ist jetzt die Urlaubszeit,
München hat die fünfte Jahreszeit.
Zwei Wochen lebt die Stadt im Dauerfieber,
Wiesenbesucher-dauergeschieber!
Oktoberfest wird das genannt,
Weltweit als Trink- und Festkultur bekannt.
Riesenzelte, kleine Buden,
Millionen Massen fluten
alle Mägen bis zum Rand:
Die Bavaria meint: "Manchmoi is a Schand!"
Sie hält hoch den Ehrenkranz
Bayernruhmes feiner Glanz.
Ihr soziales Attribut: Der Augenblick!
Für das schöne Wies'nglück.
126 Stufen musst Du in ihr erklimmen,
Danach sollst Du Dich besinnen:
Das alles darf Bavaria jeden Tag genießen:
Lichter, Sonne, Menschenmassen,
Regen, Musik und volle Straßen
Stoisch bleibt sie, lässt sich nicht verdrießen.
"Löwenbräu": Drohend hört sie diesen Ruf:
Meint: "Seine Figur ein Amateur erschuf.
Der Löwe, er verschwindet bald im Asservatenraum.
Ich bleibe, für Menschen die gern schaun."
"Mutter Bavaria, so wurde ich getauft!
Für Bayern, damit man sich zusammenrauft!
Franken, Schwaben, Ober- und auch Niederbayern:
Vertragt Euch statt lang rumzueiern!"
Eine Figur für Mutter Erde müsste her,
doch damit tun sich alle schwer.
Niemand will sich zur Einheit fügen,
kennen nur gegenseitiges Bekriegen.
Kommt zum Oktoberfest, steigt herauf zu mir,
Seht ihr unten, das Gemeinsame, das Wir?
So könnte die Welt sein, lustig, fröhlich frei!
fangt endlich an, beendet Eure Rauferei!
Kommt nach München, spürt das Fieber,
es ergreift auch schlimmste Krieger.
Nur die Dümmsten aller Dummen,
noch mit neuen Waffen brummen.
@Urheberrecht Oskar Springer

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